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TIM

Vom "A-Plane" zu "Plan B"

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ChrisCanFly
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Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von ChrisCanFly » 11 Jan 2018, 10:23

Hallo zusammen,

Ursprünglich hatte ich den Plan einen Affordaplane nach dem online erhältlichen Plan zu bauen. Mir gefällt das Design und die Einfachheit der Konstruktion. Zudem überzeugten mich die Möglichkeiten auch ohne Spezialwerkzeuge (Alu-Schweißen, etc.) an das Projekt gehen zu können. Mit Erkki hatte ich mich auch schon mal ein bisschen über diverse Verbesserungen unterhalten; dadurch bin ich nun auch hier gelandet.

Meine ursprünglich größte Sorge war das Gewicht, welches laut Plan schon bei über 130kg ankommen würde. Daher habe ich ein paar Sachen durchgerechnet und mit einem kompletten Pendelleitwerk, einem leicht verkürzten Rumpf, einem anderen Fahrwerksaufbau und ein paar Kleinigkeiten sind auch deutlich weniger als 120kg möglich. Zu krasse Veränderungen wollte ich nicht machen, denn man sollte den A-Plane ja noch erkennen können.

Aber dann trat ein vollkommen unerwartetes Problem auf den Plan: das Material! Es ist hier in Europa fast unmöglich auf einfacherem Wege an taugliches Aluminium 6061 oder 6068 zu kommen. Während das 6061er in den USA quasi Baumarkt-Standard ist, ist hier leider nur das (fast) unbrauchbare 6060er in großer Auswahl erhältlich und bezahlbar. Eine Bestellung in den USA ist natürlich möglich, aber wenig reizvoll. Die Suche nach Alternativen ging als weiter und der A-Plane wird vermutlich leider an der Materialbeschaffung scheitern, bzw. zu einem ganz anderen Vogel werden.

Von französischen fliegenden Leitern wurde ich dann auf eine vollends neue Idee gebracht… Traversen. In meinen jüngeren Jahren hatte ich als Gelegenheits-Bandrowdy öfter damit zu tun und kenne die wichtigsten Eigenschaften: leicht, stabil und robust. Zudem ist es ein bisschen wie Lego für Erwachsene.
Hier mal ein paar Werte dazu, welche sogar TÜV-geprüft sind:

System: FD23
Material: 6060 T66
gleichmäßig verteilte Last: 250 kg/m bei 2m Spannweite
Gesamtgewicht (wie auf Foto): 36,2 kg
Preis (wie auf Foto): 1213 EUR

System: FD33
Material: 6068 T6
gleichmäßig verteilte Last: 988 kg/m bei 2m Spannweite
Gesamtgewicht (wie auf Foto): 66,5 kg (wie auf Foto)
Preis (wie auf Foto): 1495 EUR

Bitte schlagt mich nicht tot wegen eventueller Probleme in der Zeichnung. Ich habe die nur mal eben erstellt um eine Option aufzuzeigen. Die Streben fehlen komplett, das Programm konnte das nicht. Und sicherlich lässt sich da noch dran optimieren.

So, und nun stelle ich das einfach mal zur Diskussion…

Liebe Grüße,
Chris
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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von Admin » 11 Jan 2018, 11:39

Hallo Chris,
der Ansatz ist auf jeden Fall sehr unkonventionell - das gefällt mir!
Errki wird es sicher auch gefallen... :-)

Ich selber werde versuchen ein mehr konventionelles Fluggerät so zu kontruieren, dass auch das 6060 oder 2007 reicht.

Guck Dir mal das 2007 und 2017 an, die haben recht gute Festigkeiten und sollten erhältlich sein!

Du kannst auch 6061 in D bekommen. Da es sich aber um eine Luftfahrtlegierung handelt ist es entsprechend teuer und nicht bei jedem Metallhandel zu bekommen. Bei Aircraft Spruce kostet das 6061 m.E. in D ähnlich viel wie in US. Ist in US auch nicht ganz billig.
Viele Grüße, Tim.
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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von ChrisCanFly » 11 Jan 2018, 12:19

Hi Tim,

ich muss gestehen, dass ich auch etwas überrascht bin wie gut sich diese Traversen (jedenfalls theoretisch) zweckentfremden lassen könnten. Aber wenn es zu gut klingt, stimmt ja meistens etwas nicht ;-) Ich würde mich jedenfalls über Feedback dazu freuen. Die leichteren Traversen z. B. können bei 2 Meter Spannweite (also frei hängend) 250kg pro Meter gleichmäßig verteilte Last aufnehmen. Ich könnte demnach bei 260kg MTOW das komplette Fluggerät fast an den Traflächenspitzen(!) aufhängen, oder? Das ist doch demnach vollends ausreichend, wenn ich normalerweise von einer flächigen Belatung ausgehe und die 1,5 als Puffer einrechne... Oder hab ich da gerade einen Denkfehler?

Selbstverständlich hat das mit einem konventionellen Flieger nichts mehr zu tun. Müsste ich jahrelange Arbeit in den Bau eines Flugzeugs investieren, würde ich mir auch eine konventionellere Bauweise aussuchen. Daher ja auch der A-Plan. Der Legal Eagle ist auch eine feine Sache, allerdings ist schweißen tatsächlich etwas, was ich versuche so gut wie möglich zu vermeiden.
An sich übt aber der Schein der Einfachheit im Moment einen großen Reiz auf mich aus. Würde das Material funktionieren, könnte man einen Rumpf wie auf dem Foto in ner halben Stunde zusammenbauen - ohne sägen oder bohren sogar. Auch spätere Änderungen könnte man kurzfristig durch den Tausch von den "genormten" Teilen vornehmen.
Wenn die Franzosen ihre Tragflächen aus Leitern bauen können, sollte das doch mit den Traversen doch eigentlich ein Kinderspiel sein :-)

Theorie und Praxis... Grob gerechnet müsste sogar der Rumpf des A-Plane in 6060er Alu noch funtionieren. Höchstens die Tubes der Tragflächen werden das Spiel dann nicht mehr mit ausreichend Puffer mitmachen. In dem Zusammenhang, danke für den Tip mit "Aircraft Spruce".

Liebe Grüße,
Chris

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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von Admin » 12 Jan 2018, 09:52

Hallo Chris,

so wie ich die Traversen verstehe, bedeutet Spannweite bei denen, dass die beiden Enden aufliegen bzw. von der Decke abgehangen sind!?
Das wäre ein ganz anderer Lastfall als wenn Du ein freies Ende wie bei einer üblichen Tragfläche hast. Die Biegemomente werden mit freiem Ende deutlich höher!!

Die Angaben beziehen sich auf 2m Spannweite (ich denke gemeint ist Abstand der Stützungen). Welche Spannweite hat denn Dein Flieger? Wo greift die Strebe an?

36kg sieht erstmal nach wenig Masse aus. Im Bereich des Flügels hast Du damit aber nur den Holm geschafft. Da kommt noch einiges an Masse hinzu. Dann noch ca. 40kg Antriebsintegration etc. Mach doch mal eine detailliertere Massenabschätzung.

Auch wenn man es schafft dort nichts zu kaufen (Apotheke!) sollte man Aircraft Spruce als Amateurbauer zumindest kennen. ;) Das Sortiment sucht seines Gleichen.
http://www.aircraftspruce.eu/
Viele Grüße, Tim.
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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von ChrisCanFly » 12 Jan 2018, 11:07

Hallo Tim,

deine Aussagen bezüglich der Lastaufnahme sind natürlich korrekt: die Angaben der Hersteller beziehen sich natürlich auf eine beidseitig gestützte Lastaufnahme. Bei einseitig eingespannter Aufnahme würde sich der Wert des freien Endes linear bis an die äußerste Spitze ungefähr vierteln. Die Spannweite ist 7,500m, abgefangen wird jeweils mittig, dadurch ergibt sich 1,875m freies Ende. Wobei man das auch noch einmal zusätzlich Abfangen könnte. Die Streben sind in einer der Zeichnungen angedeutet.

Sicher ist die Traversen-Lösung noch lange nicht der heilige Gral. Was die Gewichte angeht, so komme ich am Ende rechnerisch auch nur knapp unter die 120kg. Eine detaillierte Übersicht werde ich aber noch nachreichen. Dafür muss ich aber erst einmal einen Plan erstellen, wie ein mögliches Flugzeug tatsächlich aussehen könnte. Die Zeichnungen oben sollten eigentlich nur erst einmal die Möglichkeiten verdeutlichen.

Ich sehe die klaren Vorteile auch eher im Bau und der Verfügbarkeit/Beschaffung der Materialien. Außerdem mag ich die Optik, was aber natürlich nur persönliches Empfinden ist.

Liebe Grüße,
Chris

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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von Admin » 12 Jan 2018, 11:50

Dann bin ich gespannt, wie es weitergeht! :-)
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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von ChrisCanFly » 12 Jan 2018, 13:07

...nicht nur du ;) ! Es war alles etwas noch überschaubarer als es einen konkreten Plan (A-Plane) gab :P

Allerdings bin ich auch wirklich gespannt wie deine Konstruktion aus 6060er Alu aussehen wird. Das wäre dann siche ein ganz ähnlicher Durchbruch was Kosten und Verfügbarkeit angeht.

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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von Admin » 12 Jan 2018, 13:24

ChrisCanFly hat geschrieben:...nicht nur du ;) ! ... Das wäre dann siche ein ganz ähnlicher Durchbruch was Kosten und Verfügbarkeit angeht.
Das hoffe ich! Ehrlich gesagt sind gerade zwei Projekte dazu in der Startphase...
eines ist etwas mehr ein richtiges Flugzeug, siehe auch hier: viewtopic.php?f=4&t=63

Am anderen grübel ich gerade mit Erkki - der will es noch simpler eher in Deine Richtung...
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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von rki67 » 14 Jan 2018, 21:41

Hallo, es gab da mal ein Teil von Harper Aircraft, den Air Scooter und später den Little Breeze.

Was hatten beide gemeinsam, einen 3 eckigen Rumpfquerschnitt.

Ich würde die Idee mit der Traverse, ausschließlich für den Rumpf verwenden.

Die Cloudster von Simplex Aéro verwendet einen Rumpf welcher im weiten Sinne an eine Traversenkonstruktion erinnert.

Nun, wie könnte eine solche Idee von Traversen und zeitgemäßem Tragflächenbau kombiniert werden, welches dass Gefühl hervorruft; will auch haben?!

Nun ja, es führen viele Wege nach Rom, dass oben beschriebene ist einer davon aber nicht der heilige Graal.

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Re: Vom "A-Plane" zu "Plan B"

Beitrag von rki67 » 14 Jan 2018, 22:16

Ein anderes Konzept, ist der nicht weiter verfolgte Prototyp, kann dem nicht etwas abgewonnen werden, sicher under dem Piloten bedarf es einer Verstärkung, und das Fahrwerk braucht eine Stossdämpfung.

Im grossen und ganzen entspricht der Flieger dem Affordaplane, jedoch einer anderen Bauart.

Was es allerdings braucht, sins Spannseile, mindestens 4.

So weit ich verstanden habe, sind diese Widerstände in sich, aber, ja und?! :mrgreen:

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