Oberflächen-finish

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Oberflächen-finish

Beitrag von Admin »

Auf Grund der Nachfrage von Arno möchte ich hier einen Thread starten.
Wie macht man das Finisch von Kunststoffpberflächen?!

Ich kenne folgende grundlegende Verfahren:

1. Gel-Coat (Polyesterharz) wird schon bei der Teileherstellung in die Negativorm aufgetragen und später dann geschliffen und poliert. Ein Decklack ist nicht nötig. Gel-Coat vergilbt aber etwas mit der Zeit.

2. In die Negativform kommt nix oder evtl. etwas Grundierfüller. Später wird dann nochmal gespachtelt, gefüllert und dann mit z.B. Acryllacken lackiert. Moderne Lacke sind sehr farbstabil.

Wer kann noch was dazu sagen oder Literatur empfehlen?
Viele Grüße, Tim.
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Andres
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Re: Oberflächen-finish

Beitrag von Andres »

Hallo Tim,

gestern hatte ich bereits ein text geschrieben und das System hat mich automatisch ausgeloggt. Der Text war futsch und der Elan auch ...

Es gibt viele Möglichkeiten, ich denke die modernste ist tatsächlich die Form zu lackieren und das Laminat drauf aufzubauen. Ob es sich dabei um Schwabellack oder dafür entwickelte IMC-Lacke (PUR) mit lange Überlaminierbarkeit handelt, wird nur geringfügig was ausmachen. Der Schwabellack soll etwas härter und polierbarer sein. Im Modellbau wird die Lackierung von Formen schon lange verwendet. Meiner Meinung nach ist aber im Eigenbau kaum möglich die Endlackierung zu erzeugen. Dafür ist alles noch extrem im Fluss: Die Teile kommen schön aus der Form und prompt muss hier noch was nachträglich verleimt werden oder ein Loch muss her, usw. Daher habe ich mich schon lange davon verabschiedet keine Nachlackierung vornehmen zu müssen. Anbei ein Beispiel nach dem Entformen und später im Bauprozess:

Hochglanz direkt aus der Form:
P1160249_m.JPG
P1160249_m.JPG (75.71 KiB) 1483 mal betrachtet
Später muss immer nachgearbeitet werden :
P1160380_m.JPG
P1160380_m.JPG (38.56 KiB) 1483 mal betrachtet
Trotzdem würde ich die Formen nach wie vor vorlackieren. Später kann diese Schicht bis auf ein Durchscheinen des Laminats vorsichtig nass abgeschliffen werden und mit 2K-Acryllack nachlackiert werden. Gegebenenfalls kann noch davor ein Epoxygrundierfüller gespritzt werden, der alle kleine Poren verschließt, aber auch wieder bis zum Durchscheinen abgeschliffen wird. Der Acryllack kann am Ende nass geschliffen und poliert werden. Das Ziel ist eigentlich klar: So wenig Lack wie möglich und notwendig. Alle Lacke wiegen und man so dünn arbeiten wie möglich. Sie sollen vorrangig schützen.

Bezüglich Arno: Das eBirdy hat wahrscheinlich eine Art Gelcoat drauf und keine Endlackierung. Da es sich um ein sehr leichtes Flugzeug handelt, würde ich so vorgehen wie hier beschrieben, d.h. nahezu komplett abschleifen und nachlackieren. Vorsicht beim Abschleifen: Ich bin mir nicht sicher ob Klennhart-Design über die tragenden Schichten etwas Glasgewebe zum Schutz gepackt hat. Also sachte abschleifen und immer kontrollieren. Das wird die beste Oberfläche erzielen und das Gewicht nicht erhöhen. Zur Sicherheit immer die Teile vor und nach der Lackierung wiegen.

Viele Grüße,
Andrés
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