Fräsroboter 3D für Styropor

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bluewing
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Fräsroboter 3D für Styropor

Beitrag von bluewing »

Hi liebe Leute,

hat jemand Erfahrungen, Preise über 3D fräsen von Styropor?

Eine Portalfräse mit 7m Abeitslänge muß es nicht unbedingt sein.

Es soll Fräsroboter mit begrenztem Arbeitsbereich geben, auf welchen man ein Styroporpositivmodell in Sektionen fertigen könnte.

Ich würde die Styroporklötze vorkonfektionieren, so das nicht so brutal viel Fräsarbeit anfällt.

Viele Grüsse Peter
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Admin
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Re: Fräsroboter 3D für Styropor

Beitrag von Admin »

Ich kenne Leute, die machen dass mit mehr oder weniger normalen Flachbettfräsen.
Ich weiß aber keinen Anbieter.
Viele Grüße, Tim.
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www.voss-aero.com
Maxi
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Re: Fräsroboter 3D für Styropor

Beitrag von Maxi »

Sers,

hier wurde eine Lösung per DIY realisiert, ist im Prinzip nichts anderes als eine "Hochgelege" Flachbettfräse von der Stange, mit einer Drehantrieb.

https://www.youtube.com/watch?v=koDYJIUCDGI

Ansonsten über Flachbett-Fräsen und die Segmente durchschieben, konnte ich so mit einer 5,8m Heling für die Seitensegmente der ASSO X-RAY realisieren, da meine Garage ausreichend länge hat.

Hier ein Beispiel wie es mit Teil-Segmenten über eine Flachbett Fräse auch umsetzbar ist.

https://www.youtube.com/watch?v=HRujoFjMruk

Sers
bluewing
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Re: Fräsroboter 3D für Styropor

Beitrag von bluewing »

Hi Maxi,

super, was im "homebuild" mal so hingestellt wird.

Ich habe leider nicht den Platz und die Menge an Projekten, daß sich so eine Anlage lohnen würde.

In der Videos wird offenbar farbige Perimeterdämmung bearbeitet, ich finde diese etwas empfindlich bei der Oberflächenbearbeitung und nutze lieber Sockeldämmplatten EPS 035WAP. Kennt jenamd nenneswerte Vor- und Nachteile bei diesen Dämmplatten?

Die EPS- Platten klebe ich mit Montageschaum zusammen.

Gruß Peter
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Andres
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Registriert: 07 Feb 2021, 15:14

Re: Fräsroboter 3D für Styropor

Beitrag von Andres »

Hallo Peter,

zu deiner ursprünglichen Frage:

Die Preise für Fräsen von Styropor werden stark davon abhängen wie die genauen Gegebenheiten sind: Größe (inlusive Frästiefe und Durchlasshöhe), Datenlage, Material, usw. Zudem ist 3D nicht immer wirklich 3D. Idealerweise hat man es mit sogenanntes 2,5D zu tun. Beim vollständigen 3D sind Hinterschneidungen vorhanden, die nur mit einer fünf-achs Fräse oder durch Umspannen in Griff bekommen werden können. 2,5D hat man, wenn man grundsätzlich die Bauteile in Scheiben ohne Hinterschneidung aufteilen kann. Das scheint von deiner Beschreibung der Fall zu sein.

Die Vorkonfektionierung der Klötze kannst du dir eher sparen, weil das Schruppen die geringste Zeit benötigt. Da haut man in kurzer Zeit viel Material weg. Unter Umständen erschwerst du auch noch damit das Einspannen. Das Schlichten, Werkzeugwechsel und Umspannen kostet eher Zeit und Aufwand. Manchmal muss auch die Fräse beaufsichtigt werden, weil die Teile ungünstig eingespannt werden können.

Was so eine Arbeit auch teuer macht ist die CNC Programmierung. So gut wie nie liegen die Daten so vor, dass man loslegen kann. Die Programmierung hängt nämlich von vorhandenen Maschine und Werkzeuge ab. Man muss auch genaue Kenntnisse über die günstigsten und machbaren Frässtrategien haben. Durch kleine Änderungen in den Zeichnungen können sich schnell Aufwand und Kosten vervielfachen (z.B. eine unnötig enge Ecke führt zum Werkzeugwechsel) . Nicht selten ist das den Konstrukteuren nicht bewusst.

Wird das von einer Firma erledigt, so wird man ein kleines Vermögen los. Sie lassen sich berechtigterweise jeden einzelnen Schritt bezahlen. Die Maschinenstunden liegen im Bereich von 50 - 100 EUR, je nach Maschine und Auftragslage. Programmierung wird nochmal deutlich teurer. Auch kleine Teile benötigen schnell einige Stunden, um fertig zu werden. Zudem wird nicht jede Produktionsmaschine für Kunststoff eingesetzt. Der Grund ist banal: Firmen müssen heutzutage die Späne nach Material sortieren. Verarbeitet die Maschine normalerweise Stahl, so werden sie mehr als ungerne Styro beimischen wollen.

Deine beste Chance ist jemand mit einer Modellbaufräse zu finden, der die Teile fräsen kann und möchte. Geschenkt wird es auch nicht, aber jedenfalls günstiger als bei einer Firma. Je nachdem was du vorhast, könnte ich dir unter Umständen helfen. Melde dich bei Bedarf per PN.

Zum Material:
Polystyrol hat den großen Nachteil, dass es nicht sehr Beständig gegenüber Lösungsmittel ist. Eine Aufarbeitung der Oberfläche bedarf daher meistens eine Versiegelung mit Glasfasern. Ansonsten wird das Material von Spachtel, Lack, usw. aufgelöst. Erfahrung habe ich mit XPS wie Styrodur, Jackodur, usw. Diese Materialien sind sehr homogen und ergeben recht gute Oberflächen. Lassen sich auch noch etwas mit Schleifpapier schlichten. Dieses Material wurde zumindest im Zweiten Video verwendet. EPS besteht ja aus Kügelchen, die sich unter Umständen beim Fräsen/Bearbeiten lösen können. Ich meine auch, dass es zäher ist und man es kaum noch schleifen kann. Man wird um sehr scharfe neue Werkzeuge kaum drum herum kommen. Zum Fräsen würde ich daher eher die XPS Platten empfehlen.

Ich würde sparsam mit dem Kleber umgehen. je nach Dichte des Klebers kann dieser beim Fräsen sehr stören, weil das Werkzeug zum schwingen gebracht werden kann. Auch nachträglich wenn die Segmente zusammengefügt werden, sollte man nur soviel nehmen wie notwendig, um die Platten zu verbinden. Jegliche 1K PU-Kleber eignen sich recht gut.

Viele Grüße,
Andrés
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